Großhandel - Aufgaben

Vorschau: 

Warenverteilung (Raumüberbrückung)
Der Handel stimmt das Angebot er Erzeuger und die Nachfrage der Verwender aufeinander ab. Der Produktionsbetrieb verkauft nicht an Hunderttausende von Verbrauchern, sondern an ein paar hundert Großhändler, die ihrerseits an Tausende von Einzelhandelsbetrieben weiterverkaufen. Der Transport der Ware wird dabei in der Regel von Transportbetrieben ( Bahn, LKW, … ) übernommen.

Lagerhaltung (Zeitüberbrückung)
Die Herstellung und das verwenden der Güter stimmt zeitlich nicht überein. Hieraus ergibt sich die Aufgabe der Lagerhaltung. Landwirtschaftliche Produkte zum Beispiel werden in der Reifezeit in Konservenfabriken verarbeitet, vom Konsumenten dagegen das ganze Jahr über gekauft. Bei Spielwaren oder Automobile ist es umgekehrt. Papierwaren werden das ganze Jahr hindurch produziert und verbraucht, doch der Händler muss seinen Lagervorrat halten, um stets lieferbereit zu sein. Auch Beförderungskosten und Preisvorteile (Mengenrabatte) sowie Warenspekulationen beeinflussen die Lagerhaltung. Ebenso kann die Warenveredelung bei zum Beispiel Weinen, Zigarren oder Holz, Ursache für die Lagerhaltung sein.

Sortimentsgestaltung
Unter dem starken Konkurrenzdruck, der weltweit herrscht, wird der Aspekt der Kostenreduzierung für Herstellungsbetriebe immer wichtiger. Je umfangreicher das Produktionsprogramm ist, desto teurer wird tendenziell die Herstellung der einzelnen Produkte. Für Herstellungsbetriebe ist folglich unter Kostengesichtspunkten eher die Reduzierung der Produktvarianten notwendig. Der Großhändler, der keine Produkte herstellt, sondern die hergestellten Produkte verkauft, braucht folglich die Kosten der Herstellung nicht zu berücksichtigen. Stattdessen muss er seinen Kunden eine umfangreiche Auswahl an Produkten anbieten. Bei dieser Produktzusammenstellung (Sortimentsbildung) stehen die Bedürfnisse der Kunden im Vordergrund. Ein Sortiment ist dann optimal, wenn es die Kundenbedürfnisse hinsichtlich Preis, Art und Umfang der Produkte zufrieden stellt.

Veredelung
Viele Produkte, die der Großhandel vom Hersteller / Erzeuger bezieht, sind in der bezogenen Form nicht oder nur schlecht zu verkaufen. Ein Beispiel hierfür ist der Rohkaffee, der geröstet werden muss. Bei Südfrüchten müssen faule Früchte aussortiert werden, unreife Früchte lässt man reifen. Diese Behandlung von Waren nennt man Veredelung. Veredelung bedeutet, dass die Waren verkaufsfähig gemacht werden. Im Vergleich zum Herstellungsprozess muss dieses Veredeln eine Nebenleistung darstellen. Die wesentliche Leistung muss das Produzieren bzw. Erzeugen der Ware sein.

Servicefunktion
Der Verkaufserfolg eines Anbieters hängt nicht nur allein vom Preis und der Qualität seines Produktes ab, sondern in zunehmenden Maße von den sonstigen Dienstleistungsaufgaben, die für die Kunden übernommen werden. Serviceleistungen, die Inanspruchnahme, die Aufrechterhaltung und die Erweiterung des Produktnutzens ermöglichen, sind wesentliche Bestimmungsfaktoren der Kundenzufriedenheit.

Mengenausgleich (Mengenumgruppierung)
Eine Glasfabrik stellt täglich Hunderttausende von Flaschen her. Ein Konsument wird davon nur wenige Flaschen täglich verbrauchen. Umgekehrt liefert ein Landwirt sein Getreide über eine Absatzgenossenschaft an die Großmühle, die täglich Hunderte von Tonnen zu Mehl und Futtermittel verarbeitet. Dieses Beispiel zeigt, dass zwischen Herstellungsmenge und Verbrauchsmenge erhebliche Unterschiede vorhanden sein können. Der Handel übernimmt die mengenmäßige Umgruppierung und sorgt damit für den Ausgleich dieser Spannungsverhältnisse. Es gibt drei Möglichkeiten:
• Umgruppieren von kleinen zu größeren Mengen (Aufkaufgroßhandel)
• Umgruppieren von großen zu kleinen Mengen (Absatzgroßhandel, Distribution)
• Sammeln und Verteilen