JArbSchG - Jugendarbeitsschutzgesetz

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Aufgabe
Die Aufgabe des Jugendarbeitsschutzgesetzes besteht im Wesentlichen darin, Kinder und Jugendliche vor Überforderung und Gefahren am Ausbildungs- und Arbeitsplatz zu schützen.

Geltungsbereich
Das Gesetz gilt für die Beschäftigung von Kindern (unter 15 Jahren) und Jugendlichen (unter 18 Jahren) in der Berufsausbildung, als Arbeitnehmer oder in anderen Beschäftigungsverhältnissen.

Mindestalter für Beschäftigung
• Die Beschäftigung von Kindern und vollzeitschulpflichtigen Jugendlichen ist verboten. Das Verbot gilt jedoch nicht für leichte und
  gesellschaftlich anerkannte Tätigkeiten von jungen Menschen zwischen 13 und 16 Jahren. Die Zustimmung der Erziehungsberechtigten
  ist erforderlich.
• Jugendliche unter 15 Jahren, die nicht mehr der Vollzeitschulpflicht unterliegen, dürfen jedoch im Rahmen einer Berufsausbildung im
  sog. " Dualen System " beschäftigt werden.

Ausnahmen für die Beschäftigung von Kindern
• Beschäftigung im Rahmen von Praktika
• Auf richterliche Weisungen hin
• Bei Kindern ab 13 Jahren bei leichten Arbeiten mit Einwilligung der Eltern
• Bei Theater-und Musikaufführungen oder Film-und Fotoaufnahmen

Arbeitzeiten
• Jugendliche dürfen nicht mehr als 8 Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden.
• Die Ruhepausen müssen bei einer Arbeitszeit zwischen 4,5 und 6 Stunden 30 Minuten und bei mehr als 6 Stunden 60 Minuten betragen.
• Die Ruhezeit nach Ende der Arbeit muss mindestens 12 Stunden betragen.
• Jugendliche dürfen nur in der Zeit von 6 Uhr bis 20 Uhr beschäftigt werden.
• Jugendliche dürfen am Samstag und am Sonntag grundsätzlich nicht beschäftigt werden.

Urlaub
• 30 Werktage, wenn sie bis zu 16 Jahre alt sind
• 27 Werktage, wenn sie bis zu 17 Jahre alt sind
• 25 Werktage, wenn sie bis zu 18 Jahre alt sind

Berufschulunterricht
Für die Teilnahme am Berufschulunterricht müssen Jugendliche von der Arbeit freigestellt werden. Wenn der Unterricht vor neun Uhr beginnt, dürfen sie vorher nicht beschäftigt werden. An Berufschultagen mit einer Unterrichtszeit von mehr als fünf Unterrichtsstunden zu je 45 Minuten sind Jugendliche ganz freizustellen.

Gefährliche Arbeiten
Jugendliche dürfen nicht mit gefährlichen Arbeiten beschäftigt werden, die ihre Leistungsfähigkeit übersteigen, die mit besonderen Unfallgefahren oder gesundheitlichen Belastungen verbunden sind. Ebenso sind alle Formen der Akkordarbeit für Jugendliche verboten.

Gesundheitliche Betreuung
Vor Eintritt in das Berufsleben müssen sich Jugendliche ärztlich untersuchen lassen. Arbeitgeber dürfen Jugendliche erst dann beschäftigen oder betrieblich ausbilden, wenn ihnen die Bescheinigung über eine ärztliche Erstuntersuchung innerhalb der letzten 14 Monate vorliegt.